sitzung: 18 [ Protokoll ]
datum: 10.04.2003
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Dreck All Over (von synkopus)

Alle Tage nichts als Dreck, Schmutz, Staub! Verschüttetes, Herabgefallenes, Weggeworfenes, Zerbrochenes, Herausgewürgtes, Übelriechendes -;
Da liegt und gammelt und flockt und suppt es –und ist doch mein täglich Brot.

- „Oh, ein Missgeschick, eine kleine Unachtsamkeit? – Her mit dem Mop, auflecken soll er unsere Schmach, laben soll er sich am abfälligen Unrat unserer Existenz! Nichts soll unsere sauberen Oberflächen beflecken. Spiegeln soll sich unser wertes Antlitz! Hygienischer Glanz! Dies ist es, wonach wir streben!“
Und nach der Reinigung?
- „Ab mit ihm in die muffige Kammer, hinfort mit dem Kerl, dem Meister dunkler Ecken und modriger Winkel – nichts soll uns erinnern an unseren Dreck, den Schmutz, den Staub! Denn wir bevorzugen das Licht. Luftige Unschuld! Dies ist es, wonach wir uns sehnen!“

Doch so hört mein Wehklagen:

Euer Unflat beschmutzt mein Vlies, macht mein armes Herz ganz schwer! Verkrustet und geschunden mein Kunststoffleib, zerfleddert und verkeimt die zarte Baumwollzunge.
Mein viledablaues Haupt – durchtränkt mit den Auswürfen Eures achso strahlenden Daseins!
Ich muss MICH beschmutzen, damit IHR es wohl und sauber habt! ERLÖSUNG!
Hört Ihr nicht mein Klagen? Ihr missachtet meine Pein! Ewig muss ich wischen, waschen, scheuern, reiben, wringen, aufnehmen – seht Ihr denn nicht: Ich KANN nicht mehr!
So will ich schliessen. Vollgesaugt und abgenutzt, so verlasse ich das Menschenvolk.
Ich gehe ins Wasser. Und Ihr seid schuld.
Dreck All Over von synkopus





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