sitzung: 11 [ Protokoll ]
datum: 30.09.2005
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Wisset die Wege (featuring Hilde and MC Ulmen) (von translatorius)

Als sie den Kopf hebt, sieht sie das Licht, das durch den Türspalt fällt. Unordentlich. Nicht mehr säuberlich von der Dunkelheit getrennt. Von hier aus sieht es so aus, als würden einzelne Lichtmoleküle ihren vorbestimmten Weg verlassen und nach rechts oder links in die Dunkelheit hüpfen. Von hier aus sieht es so aus, als wüsste das Licht nicht mehr, wo es hingehört, nämlich in den schmalen Streifen, der kurz vor ihren Füßen enden sollte. Und auf sie wartet. Geduldig wartet, bis sie aufsteht, die Tür öffnet und ins Licht springt.

Als sie den Kopf hebt, sieht sie ihn. Eine blaue Gestalt inmitten des Lichts, das zu hell, zu grell, zu schwer ist und sich an keine Regeln mehr hält. Als sie aufschaut, sieht sie, wie er auf sie zu kommt, mit ihrem Blut leuchtet, mit ihrem Gesicht lächelt, mit ihren Händen das Licht greift, zu Orangen formt. Als sie den Kopf fallen lässt, hört sie, wie ihr Gehirn an die Schädeldecke schwappt, wie Blut zähflüssig aus den Ohren sickert. Es ist jetzt fast so weit.
Gleich. Beginnt. Der. Erste. Augenblick. Vom. Anfang. Deines.

Er kommt auf sie zu und gibt ihr die Hand. Ihre eigene Hand. Sie sieht das Blut pulsieren.

Alsdann sah ich ein überhelles Licht und darin eine saphirblaue Menschengestalt, die durch und durch im sanften Rot funkelnder Lohe brannte. Das helle Licht durchflutete ganz die funkelnde Lohe und die funkelnde Lohe ganz das helle Licht. Und beide, das helle Licht und die funkelnde Lohe durchfluteten ganz die Menschgestalt, als ein Licht wesend in einer Kraft und Macht.

Er springt auf ihre Brust, er dringt in sie ein, ihr Blut vermischt sich mit ihrem Saft, das Licht gleißt schmerzhaft (soll sie die Schlangenlarve sprengen?), ihr Gehirn kriecht zähflüssig die Wirbelsäule hinunter (hinter ihren Pupillen die Körper von Hilde und Jacob, die den Koitus bis zur Fäulnis vollziehen), ihr Blut beginnt zu brennen, es flackert lichterloh, bis Jacob seinen schweren Kopf nach hinten wirft und das Paar sich in weißem Licht auflöst.

Da lässt Sophia los. Sie merkt nicht mehr, wie die Schlangenlarve aufspringt und die Bandscheiben hoch kriecht, Stück um Stück, bis der giftige Speichel an die Schädeldecke tropft, erst von innen, dann von außen. Sie merkt nicht mehr, wie ihr Blut an den Wänden hoch rinnt und Gottes Dongl in einem Leuchtgeschwür verglüht. Wie des Teufels Orangen vertrocknen und Ivans Joint ausgeht. Sie sieht nicht mehr, wie Jesus mit Nasenbluten vor ihrem Bett steht und all seine Liebe unwiederbringlich auf die Lippe tropft, im steifen Bart hängen bleibt und einen kleinen Regenbogen auf sein Kinn wirft.

Gott ist ein helles Ding.
Gott ist ein sauberer Schnitt.
Gott ist ein Wurm,
der sich zurückzieht, wenn wir das Licht erblicken,
und aufspringt, wenn die Augen verglühen.

Sophia is BACK. Sie hat keinen DRECK am Stecken. Sie ist am CHECKEN, wo sie WOHNT.
Wisset die Wege (featuring Hilde and MC Ulmen) von translatorius





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