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datum: 10.03.2006
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Außerhalb das Wunder: ...Njollinss... (von fjodorgarrincha)

„12 Uhr 52 Minuten und 54 Sekunden.“
Der Pegel liegt 1 Meter unter dem Firmament der Kuppel.

Der Magnolienduft bin ich und wenn Mann und Ball vom Wasser veschluckt oder vom Dach zerquetscht sind, werde ich immer noch da sein, hier und dort.
Magnolia aber war ein kleiner Lügner, ich kannte sein Business und wusste was er tat. Sein Büro war das AMTRAK, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Er war immer da und alle hatten sich an ihn gewöhnt. Und ich mich an sie, an alle, die jetzt tot, verschwunden oder auf der Flucht sind.

In ihrer Sprache heisse ich NJOLINSS. Müdigkeit und Überanstrengung drückt ihre Sprache aus und ich selbst nenne mich seit Jahrhunderten OWRENCE, ich finde das klingt aristokratischer. Manche nennen mich auch „die Stadt, die auf dem Wasserkamm schwimmt“ oder einfacher, in fremder Sprache, „Croissant“.
Als erstes kamen die Indianer, Huronen oder Cherokees oder Black Crows, ich weiss es nicht mehr. Sie richteten sich zwischen Fluss und See ein und blieben bis der weisse Mann sie vertrieb.
Der weisse Mann war erst Franzose und dann Spanier, seine Frauen Französinnen und Spanierinnen. Obwohl, wer weiss es ? Ich habe ihre Papiere nie überprüft und nicht nachgefragt, ob sie volljährig und verheiratet waren, wenn sie im Spanischen Rechteck auf die Zimmer gingen, um zu tun, was sie „Liebe machen“ nannten.
1619 kamen die ersten schwarzen Männer und Frauen. Sie versammelten sich gerne an einem Platz, den sie KONGO nannten.
1866 brachte die in Mexiko geschlagene französische Armee auf ihrem Heimweg ein Musikinstrument vorbei, das Saxophon. Und bald gab es in Storyville und am Kongo Platz mehr Saxophone als irgendwo sonst in der Welt.
Ja, ich habe schon bessere Zeiten gesehen. Ich war einst der grösste Hafen der Welt. Heute ist mein Karneval berühmter als der von Florenz, aber so merkwürdige Orte wie Stuttgart, Dortmund oder Lyon sind grösser, als ich es jemals war.
1917 hat die amerikanische Armee STORYVILLE vom Erdboden rasiert. Die Generäle fürchteten um ihr Kanonenfutter, dass sie heil an die Front des Krieges, nach Europa schiffen wollten.
Seitdem ist die Musik weitergezogen, den alten Mann hinauf, erst nach Chicago und von da weiter nach New York.

„Man can’t broke lub. Lub stan’ – he ain’t gwine broke. – Man heb to be very smart for broke lub. Lub is a ting stan’ just like tar, arter he stick, he stick, he ain’t gwine move. He can’t move less dan you burn him. Hab to kill all two arter he lub fo’ you broke lub.“

Es geht um Liebe, und darüber, dass die Liebe unsere Vorstellungskraft übersteigt.
Bunte Glasperlenketten für nackte Frauenbrüste, das ist doch ein faires Geschäft.
Außerhalb das Wunder: ...Njollinss... von fjodorgarrincha





Außerhalb das Wunder: .....
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