sitzung: 3
datum: 10.03.2005
ort: archivarius
anwesende: translatorius, rio de janeirus, rosamundus, dokumentarius, asparagus, archivarius, bürgermeister
texte: 7 [ 1  2  3  4  5  6  7 ]
themen: sauna, amazon, skype, abbie hoffman, lebertransplationen, cioran, flatulenz
fotos: nein
Das Protokoll zur Sitzung vom 10.03.2005 (von archivarius):

bohlen wird in der hölle schmoren

Werte Gemeinde,

hier ist das Protokoll zur dritten Sitzung im Rahmen der ag inhalt Staffel "Hildegard von Bingen", anno 2005, am 10. März bei Archivarius, der für die allzeit Frierenden unter uns seine Bude sowohl mit Kohlen als auch mit Gas aufgeheizt hatte. So dass es unerträglich heiß war. Zum Saunieren gekommen waren: Translatorius, Rio de Janeirus, Rosamundus, Dokumentarius, Asparagus, Archivarius und nach dem ersten Aufguss stieß auch noch der Bürgermeister hinzu. Da relativ spät beschlossen wurde, wer an diesem Abend das Protokoll zu schreiben hatte, fangen die Aufzeichnungen erst spät an. Auf dem in das Klemmbrett gezwungene, nach Mittelaltermanier gefolterte Blatt Papier steht als erstes der Aufruf geschrieben: Bestellt keine Bücher bei Amazon! Was aber, so frage ich, soll man sonst bei Amazon machen? Das gequälte Papier lässt trotz mehrmaliger Aufforderungen keine Informationen hierzu heraus. Und so lese ich weiter, dass Asparagus' Buch pünktlich zum Osterfest erscheinen wird. Und dass er, Asparagus, doch tatsächlich die in Frage kommenden Lesungsadressen mit dem Fahrrad abfahren will.
Dann werden die Texte verteilt.
Rio, der sich hierbei unglaublich raffgierig zeigt und gleich mehrere Texte in die mitgebrachten Taschen stopft, wird verdächtigt, Exemplare für seine Oma einzupacken. Jemand meint, dass Asparagus nicht Monika Levinsky sei. Und auch nicht Dieter Bohlen. Es scheint also schon wieder irgendwie um Amazon zu gehen, und Rio raunt mir zu, ich solle aufschreiben: "Bohlen wird in der Hölle schmoren". Mir ist heiß, und ich ziehe meinen Pulli aus.
Dann wird gelesen.
Rio liest Rosamundus' "Part II - Es wird"
"... aus dem vergangenen Leben gibt es bestimmt" habe ich notiert, kann aber leider nicht mehr lesen, was. Soap-Aspekte werden in Rosamundus' Text diagnostiziert, und Rosamundus klärt auf, dass die Hilde aus dem Reihenhaus nicht DIE Hilde ist. Sie tut nur so, bzw. hält sich für deren Reinkarnation und gibt sich daher als Sylvia Saint aus, ein Zusammenhang, der Translatorius nicht so ganz einleuchten will. Doch gemach. Im Zweifelsfall gilt: Man wird, was man vorgegeben hat zu sein.
Dann liest Dokumentarius den Text von Archivarius "Voll amerikanisch." Es lickeringt und rickeringt, und sogar der zugeschmokte Dokumentarius gibt zu, dass der Text gar nicht so schwer zu lesen war.
An dieser Stelle stößt übrigens der Bürgermeister hinzu, nachdem es einmal an der Tür gedingelt hat.
Rosamundus liest Dokus Text "fehlermeldung: zu langer text!". Den Anwesenden wird schlagartig klar, dass also auch Gott Skype benutzt. Doku erzählt, dass der Text O-Töne aus dem Forum der O2-Community enthält (wieviel sind 160 Zeichen?). Im Wald seiner Mutter, so erzählt Dokumentarius weiter, habe er einmal mit einer Kettensäge herumhantiert. Wenn Typen allerdings morgens mit Kettensägen in die U-Bahn steigen, ist das etwas völlig anderes. Meint Doku. Und wir nicken.
Asparagus liest den Text des Franzosen, FjodorGarrincha, "Eisenbahn ins Himmelreich". Nach dem Vortrag stellt Translatorius erleichtert fest: "Endlich jemand, der mal über Gott schreibt." Die große Frage ist: Wird es noch ein zweites Abteil geben? Und dürfen wir, falls ja, mitfahren?Lebertransplantationen jedenfalls, so stellt jemand fest, seien sehr eklig. Und der einzige Trost scheint zu sein, dass man mit einer neuen Leber wieder so richtig weitersaufen kann.
Dann liest Translatorius Rios Text "Riders on the Stummgebäck", d.h. der Text wird von Translatorius vertont. Danach sind erst mal Erläuterungen erwünscht. Wir fangen von hinten an: Schwarze Getreidekörner, Mutterkorn, ist ein Pilz auf dem Roggen (?), der ursprünglich mal gut war, Wehen einzuleiten, später dann jedoch für interessantere Zwecke eingesetzt wurde. Zum Beispiel, um sich die Augen damit einzureiben, und dann Möbel durch seine Wohnung reiten zu lassen. Wer ist Cioran? "Ein depressiver, weltablehnender Rumäne", so wird uns umgehend erläutert. Und alle fühlen sich bestätigt. Denn genau so sind sie, die Rumänen. Sollen die sich eben mal ein gescheites Wirtschaftssystem zulegen, meint jemand, und meint damit nicht Amazon. Dann sehe ich aus den Augenwinkeln, wie Rio sich schlägt. Bei Leuchtgeschür hat er doch tatsächlich ein W vergessen, was ihm in Anbetracht der Hellsichtigkeit seines Textes jedoch verziehen sei. Kurz nach dessen Fertigstellung wurde nämlich Michael Jackson angeklagt. Lapidar ist übrigens lateinisch und heißt stoned. Dies sei nur deshalb erwähnt, damit wir heute noch etwas lernen.
Archivarius liest Asparagus' "Hildegard". Der medizinische Ausdruck für Blähungen ist Flatulenz (Dokumentarius weiß sogar, wie man das krankenkassengerecht verschlüsselt), und Bürgermeister kennt den Ausdruck "abgehende Winde" aus diversen Packungsbeilagen von Medikamenten.
Zum Schluss liest Bürgermeister den Text von Translatorius "Der Saal der Keuchenden Bilder". Kalmus? fragt Archivarius und bekommt erklärt, dass es sich hierbei um ein Kraut handelt, das beruhigend wirkt und auch bei Flatulenzen hilft. Denn diese liegen nach der Verabreichung von Kalmus gelähmt auf dem Sofa herum, das durch die Wohnung läuft, und Typen beobachtet, die mit Gasmasken Saxophon spielen. Wir sind sehr froh darüber, dass Hunter S. Thompson noch verewigt wurde. Seine Frau hörte übrigens am Telefon den Todesschuss, was uns annehmen lässt, dass ihr tags darauf nicht unbedingt die Sonne aus dem Arsch schien.
 von archivarius





Voll amerikanisch
Hildegard
Part II - Es wird
Riders on the Stummgebäck
fehlermeldung: zu langer text!
Der Saal der Keuchenden Bilder
Eisenbahn ins Himmelreich (Ers...


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