sitzung: 5
datum: 18.12.2006
ort: zichorius
anwesende: dokumentarius, rosamundus, translatorius, zichorius
texte: 3 [ 1  2  3 ]
themen: body & soul, mozart, meta-magie
fotos: nein
Das Protokoll zur Sitzung vom 18.12.2006 (von rosamundus):

topinambur

Es gibt allmählich Traditionen im Leben der Protokollantin, die nicht mehr gebrochen werden sollten, noch besteht im Grunde eine Chance, sie überhaupt jemals wieder brechen zu können. Eine wirklich bedeutende ist die, das Protokoll zu einer von ihr protokollierten Sitzung erst Wochen später zu verfassen. Die Erinnerungen sind inzwischen etwas eingestaubt, die Schrift nicht mehr lesbar, aber die Gnade des Vergessens greift auch schon ein, so dass die Gedankenfetzen, die noch da sind, sich rosarot gefärbt haben.

So trafen sich am fraglichen Abend des 18. Dezember im Jahre 2006 die letzten 4 Hüter des heiligen ag-inhalt-Grals in der gemütlichen Küche des Zichorius. Der Bürgermeister fehlte, was bedauerlich war, aber die weihnachtlichen Heimreisen standen an und da mussten die seltsamsten Dinge noch vorbereitet werden.

Dokumentarius hatte wieder lustige Dinge aufgeschnappt, die in unserer beschaulichen Runde mit allem Ernst ausdiskutiert wurden. Aus welchem Zusammenhang heraus und in welchen hinein ist der Protokollantin natürlich entfallen, aber es wurde über „Lifestyle für den Geist“ geredet und wir kamen zu dem Resultat, dass unsere Geister mehr Lifestyle haben als wir selbst.

Gegessen wurde gar köstlich, der Zichorius hat sich nicht lumpen lassen und der vorweihnachtlichen Situation angemessen mit aller Liebe selbst gekocht. Die Protokollantin erinnert sich, an selbigem Abend versprochen zu haben, dass das Essen im Protokoll besondere Erwähnung findet, daher:

>> BESONDERE ERWÄHNUNG: Dargereicht wurde ein knackiger Salat mit Topinambur (die wie Kartoffeln aussehen und irgendwie auch schmecken, aber keine sind) an indischem, tja, was war das doch genau noch mal.... ENDE BESONDERE ERWÄHNUNG <<

Dann wurde gelesen. Also, es war wirklich ein wahnsinnig gemütlicher Abend und so muss man sich das jetzt auch vorstellen: Es waren Kerzen an, auf dem Tisch stand eine großartige Flasche Rotwein, wir hatten Zigaretten und andere Kräuter da, leckeres Essen, alle waren in entspannter Vorweihnachtsfreude und wir lasen unsere Texte. So, haben das jetzt alle in ihrer Vorstellung? Ah, vergessen, die Muzik wurde zum Lesen ausgemacht, es war eine andächtige Stimmung gewünscht, was natürlich kurz zur Diskussion gestellt wurde, und dann hörte man nur noch das leise Summen des Kühlschranks. Ja, und dann ging’s los:

Translatorius las Dokumentarius’ Text – im Ergebnis konnte festgestellt werden: Es kommt das Jahr 2007, seltsam aber so steht es geschrieben.

Rosamundus las Zichoriusens Text – wir sprachen über die 7, die wohl eigentlich eine 9 sein müsste, weil das nämlich die Quersumme aus 2007 ist, aber hey, wie wir zu diesen Geistesblitzen kamen, weiß die Protokollantin jetzt wirklich nicht mehr. Außerdem war am Anfang die Idee der ag. Nur gut, dass es zu diesen wichtigen Aussagen noch Notizen gab.

Inspiriert von Wolfgang Schreiber kamen wir dann zu Wolfgangschreibern und der Feststellung, dass wir ins Wolfgangjahr hineinkommen. Oder selbiges gerade verlassen? Hm, auf jeden Fall wurde unter großem Erstaunen in den Raum geworfen, dass die Wolfgang-Kugeln (auch: Mozart-Kugeln genannt) eine 25%ige Umsatzsteigerung in 2006 erfuhren. Das spricht wohl dafür, dass wir das Wolfgangjahr verlassen. Zichorius liest dann den Schreiber Wolfgang, der über Geistermusik geschrieben hat. Im Nachhinein alles etwas verwirrend.

Der Dokumentarius las dann noch dem Translatorius seinen/ihren Text – wir kamen zu den Feststellungen, dass kurz vor dem Tod alles irgendwie noch mal total emotional aufgeladen wird und die Menschen erschreckenderweise wieder anfangen, Dialekt zu sprechen. Es wurde über memetische Wesen gesprochen, die eigentlich nur Ideen sind, an die viele glauben und die dann irgendwann ein Eigenleben entwickeln, gerade weil viele an sie glauben. Uiuiui. Daher der Hinweis, der in die Welt hinausgehen soll: Seid vorsichtig, woran ihr so glaubt, es könnte euch irgendwann heimsuchen. Und dann sagt nicht, dass hättet ihr nicht so gewollt.

Den wahren Höhepunkt des Abends stellte dann die Präsentation der Weihnachtsgeschenke des Weihnachtsmanns/Christkinds Zichorius für die lieben Kleinen in der Familie dar. Außerdem gab es noch lustige Fossiliensammlungen und getrocknete Früchte zu sehen, die sehr praktisch in der Herstellung sind, weil man sich – im Gegensatz zu Schrumpfköpfen – nicht so sehr darum kümmern muss.

Als nächster Termin wurde der 05. Januar 2007 festgelegt. Treffen werden wir uns bei Hysterius/Britanicus in Ließen oder bei Rio de Janeirius. Oder eben doch im Hause des Bürgermeisters und seiner Translatorius.
 von rosamundus





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