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datum: 14.02.2003
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Mama Bertha / Am Anfang war der Tod ! (von hysterius)

Marc ließ sein Hemd fallen. So wie die runtergelassenen Jalousien Heathers schmiegte es sich auf den lila Teppichboden. Marc drang in Heather ein und hatte das Gefühl, das Universum zu betreten. Heather lächelte ihn an. "Du bist der Tod!" Marc stockte. "Ich?" Was sollte das heißen? War er nicht Dionysos, der junge Gott? "Ich bin nicht der Tod, ich bin Dionysos!" Er lachte unsicher. "Nein, du bist der Tod und ich die schwarze Göttin!" Das war zuviel! Er zog seinen Schwanz aus Heather, packte ihn und seinen muskulösen Oberkörper wieder ein und zog die Jalousien hoch. Unten an einer Häuserfassade konnte man ein Werbeplakat mit dem lächelnden Konterfei von Marc erkennen. "Sieht so der TOD aus?" fragte er Heather und deutete auf sich da unten. Heather lächelte ihn geisterhaft an. Marc schreckte zurück.

Bertha beantwortete seine Frage mit einem klaren "Ja. Der Tod hat viele Gesichter und wenn ich mir deins so anschaue, dann erinnert es mich an die Makellosigkeit des Todes!" Marc brach zusammen. Das erste Mal, dass er eine Vase nahm und sie an einer Wand zerprallen ließ. "Siehst du!" sagte Bertha nur und fügte die Scherben zu einem kleinen Origami zuammen. Ein junger Schwan, der durch ihre Geschichte flog.

Alles war nun anders. Als ob man ein Wort genommen, ausgesprochen, zerkaut und umgedreht hätte. Hätte ich geahnt, was uns erwarten würde, ich hätte es wieder gemacht, mein Geliebter. Marc lag wach. Entsetzen in seinen Augen. Vielleicht hatten sie alle recht. Möglicherweise war er toter, als er dachte. Schließlich war die Antwort der Krankheit "Leben" immer der Tod. Da mußte man noch nichtmal Aids haben, um sich dessen bewußt zu werden. Da reichte es jeden morgen die Zeitung aufzuschlagen und die Todesanzeigen zu studieren. Leider konnte Marc nicht lesen, oder sagen wir, es gehörte nicht zu seinen favorisierten Tätigkeiten. Deswegen brauchte er auch so Leute wie Heather und Bertha, die ihn diesbezüglich auf den Weg brachten. Hatte er nicht Bertha zuvor zum Teufel geschickt? Hatte er das wirklich? Bertha war sein Leben. Und sie? Sie quittierte alles mit einem milden Lächeln, Glückseligkeit in ihren Augen. Als ob sie diesen unsicheren Zeiten tapfer eine andere Färbung geben wollte. Die Färbung des Glücks, den sanften Klang der Zuversicht. Ich begegne den Schmerzen dieser Welt mit der Herzkraft meiner Liebe! Das einzige, was zu tun war, bei diesem rauhen Seegang! Es ärgerte ihn, daß er Bertha mit gar nichts aus der Reserve locken konnte. Wenn das der Preis der Erleuchtung war, dann war er eindeutig zu hoch! Denn am Anfang war der Tod und das Leben nur ein Echo.
Mama Bertha / Am Anfang war der Tod ! von hysterius





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