sitzung: 6 [ Protokoll ]
datum: 05.11.2003
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Sehnsucht (von asparagus)

Es ist Anfang November, im tiefen Nebel entfaltet die Strasse ihre diabolischen Reize, Wer ein bisschen Grusel erleben will, geht sie zu Fuss hinauf und hinunter.
Schon auf den ersten Metern wird deutlich, dass es sich um sagenhaftes Terrain handelt.
"Einen Feuerstein?" fragt ein freundlich lächelnder junger Mann in Uniform und bittet um eine kleine Spende während er gleichzeitig einen Becher heissen Hagebuttentee den frierenden Passanten anbietet die eiligst weiterlaufen.
Ich verspreche ihnen wohlige Wärme für Bauch und Beine.
Wenige bleiben stehen und gehen auf das Angebot ein. Sie haben es nicht einfach, die Leute von der Heilsarmee.
Der Tee lohnt sich.
Zwei junge dürre Leute rennen Richtung Hauptstrasse.
Haltet die Diebe, haltet sie auf brüllt ein sichtlich hilfloser überforderter Verkäufer eines Sexshops vor seiner Ladentür.
Klauen jetzt schon Pornohefte, diese ungewaschenen Colahosen, faucht eine alte Frau vor sich hin und verschwindet wie ein schnaubendes Ungetüm fauchend in eine nebelverhangende Seitenstrasse.
Die zwei abgestorbenen Skelette sind längst nicht mehr zu sehen.
Vor einem Jugendclub steht eine Gruppe Skinheads wie ein blattloser Wald, silbrige Skulpturen, dumpf und beängstigend.
Autos fahren ununterbrochen, es stinkt. Ruß mischt sich mit Nebelfetzen und Nieselregen.
Wer keine Kondition besitzt, nicht gut zu Fuss ist sollte jetzt die Strassenseite wechseln.
Eine junge Frau stürmt mit entschlossenem Blick auf die Gruppe zu und gibt jedem einen Kuss auf die Wange.
Der Sinn des Lebens spricht sie ständig vor sich hin dann rennt sie schnell wieder
weg und die Gruppe wirkt für einen Moment verstört.
Wie sich das anfühlt, wie sich das anfühlt reden sie aufeinander ein.
War es nur eine Illusion?
In sicherer Entfernung sollte es jeder prüfen ob es stimmt was er sieht, nur schwer die Ruhe zu halten, wegen der Aufregung. Kleiner Tip, Weihrauch in die Jackentasche, dass hält die Geister fern.
An der Scheibe eines Leihauses steht in grossen Lettern.
Scotter lebt.
Auf der anderen Strassenseite, die 131, ein wunderschönes Haus. Selbst bei diesem Wetter kommt ein Gefühl durch den Körper das an die warmen Wellen
des Mittelmeeres erinnert. Deutlich zu erkennen die Pracht vergangener Zeit. Bei
näherer Betrachtung erkennt man ein Schild.
Der Therapieladen.
Der Kampf um die Seelen der Junkies vom Strich. Hier fängt er an.
Ave Maria.
Der Bülowbogen passend dazu, mit einem beeindruckendem Viadukt. Eine abfahrende U- Bahn verursacht durch die feuchte Luft ein Funkenregen der Faustverse lebendig werden lässt.
Im Sausen sprüht der Zauberchor viel tausend Feuerfunken hervor. Dann wird sie
vom Dunst und der aufkommenden Dunkelheit verschluckt. Und während man seinen Blick wieder nach unten richtet steht mensch in einem Sehnsuchtsberg von Hundekot.
Immer acht geben, flüstert Mephisto leise ins Ohr, immer acht geben.
Sehnsucht von asparagus





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