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datum: 05.11.2003
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Von Mars und Pluto: Mondo Stronzo (von translatorius)

12. Kapitel: Da oben

„Wir sind doch nicht bei Lovecraft!“ Unruhig blickt sie nach oben in die linke hintere Ecke, die grau im Schatten vor sich hindünstet. Laura weigert sich, ihre Augen vom Fenster zu nehmen. „Du findest das jetzt vielleicht komisch, aber ich bin mir sicher, dass das was mit meiner Schwester zu tun hat.“ „Deine Schwester ist doch tot.“ „Ja, ich weiß, du findest das komisch, aber ich habe halt dieses starke Gefühl...“ Mircella unterbricht sie mit einer Handbewegung, beide kucken nach oben. Da ist es wieder. Man kann es nicht sehen. Oder hören. Aber da ist was. Dunkel. Feucht. Unheimlich. Böse?

Später wird Mircella betrunken lachen und ihrem Liebhaber von „dieser Muschi an der Decke“ erzählen, „dunkel und feucht und irgendwie... ich weiß auch nicht... so körperlich...“ Und der Liebhaber wird betrunken nach unten greifen und fragen, „Du meinst, so?“ Und beide werden sie kichern, bis Mircella einen Fuß aus dem Bett hängen muss, um das Karussell anzuhalten, in dem sie seit dem letzten Gin Tonic gefangen ist. Laura aber, Laura, der es nichts ausmacht, wenn Leute lautstark allein oder zu mehreren direkt nebenan ihrem freundlich-übersättigten Trieb nachgehen, Laura sitzt mit weitgeöffneten Augen vor einem Spiegel und wartet auf ihre Schwester. Es fängt immer gleich an. Immer fängt es mit einer Ecke, mit einem Fleck über der Badewanne, einer dunklen Stelle auf dem Teppich an. In dieser Wohnung ist bis zu diesem Abend alles ruhig geblieben. Na ja, bis auf die Kinder. Und bis auf Scooters Überdosis. Und na ja, bis auf die zahlreichen Geistererscheinungen in der Küche und im Flur. Aber das war anders. Das hatte nichts mit ihrer Schwester zu tun. Dieses Mal sieht der Fall anders aus. Der schwitzende Hund und das sprechende Lagerfeuer. Laura fühlt ein Kitzeln am Hinterkopf. „Scooter, bist du’s?“ Scheiße, Scooter ist tot. „Mircella...?“ Keine Antwort. Sie hört das Hecheln. Dann hört sie das Flackern. „Verdammt Scheiße!“ Ohne zu denken, springt sie auf und wirft sich durch das offene Fenster.
Von Mars und Pluto: Mondo Stronzo von translatorius





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