sitzung: 11 [ Protokoll ]
datum: 03.03.2004
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neulich nachts in der potsdamer strasse (der kefir-effekt) (von dokumentarius)

er lief an diesen abend dicht an den haeusern entlang und vernahm ein fast unhoerbares seltsames geraeusch das er so noch nie gehoert hatte:
'sicher nur eine klimaanlage die stoehnt'
sagte er zu sich selbst und rueckte damit das geraeusch aus seinem bewusstsein ... doch zwei tage spaeter hoerte er es wieder: wie ein leises seufzen ein schweres ein- und ausatmen ... shit! war das eine halluzination? er hoerte angestrengt in die nacht ... kein mensch weit und breit zu sehen! selbst die nutten und junkies hatten sich schon in ihre loecher verkrochen ... es war ein unheimliches ein melancholisches geraeusch: wie das tiefe atmen eines riesen ... seltsam beruehrt beeilte er sich nach hause zu kommen ... doch schon in der naechsten nacht hoerte er es wieder: laut und deutlich! es war nicht mehr aus den ohren zu bekommen:
'ohh mann wasn das nun schon wieder...'
dachte er
'...irgend etwas stimmt doch mit dieser verdammten strasse nicht! erst diese flecken an der decke meines apartments dann die verhaftung des fleischers weil er kinder und rentner zu lecker wurst verarbeitet hat und jetzt das noch! bullshit! stop it! hoer auf! ich rede mir das alles nur ein: die welt ist eine erklaerbare ordentliche vernuenftige welt und mein arzt wird mir in der not schon die richtigen pillen verschreiben...'
'bist du dir da wirklich sicher?'
fragte das haus neben dem er gerade ging
'ja absolut sicher!'
antwortete er ohne zu bemerken dass er zu einem gebaeude gesprochen hatte ... sein gehirn verkrampfte und er blieb bleich und starr wie eine marmorstatue stehen:
'das ... das haus! das haus hat mit mir ge ... geredet?!'
'selbstverstaendlich: weisst du denn nicht dass auch wir haeuser ein leben leben? hoer also genau zu ich hab dir etwas wichtiges...'
'nein nein nein! ich hoere niemanden zu! ich hab keine lust auf stimmen in meinem kopf!'
'ich bin keine stimme in deinem kopf! ich rede wirklich mit dir!'
'dann halt den mund! sei still! ich will mich nicht mit einem gebaeude unterhalten das ist voelliger quatsch! lass mich in ruhe! verdammt ich will hier weg...'
'du kannst nicht weglaufen: wir sind in der ueberzahl! uns gibt es doch nicht nur hier: wir sind ueberall in berlin ... paris ... new york ... singapur ... UNS gehoert die welt! IHR habt uns doch...'
'hilfe ich bin wahnsinnig! ich bin voellig durchgeknallt...'
'bist du nicht! mach mal halblang! du bist nur etwas feinfuehliger und offener als die anderen...'
doch da kam auch schon ein mietshaus von gegenueber ueber die strasse gerannt und zerquetschte den kleinen verwirrten menschen unter sich: eine pfuetze blut hautfetzen und haare klebten jetzt auf dem boden...
'schon gehabt wenn er nich will! ich meine er hatte seine chance! er haette uns sowiso nur verraten!'
das mietshaus kicherte und begann vor freude auf der stelle zu huepfen
'hei! du bloede aggressive huette! lass mir meine bekanntschaften! du bist doch nur eifersuechtig ... zur not stampf ich verraeter selbst in den boden! geh sofort zurueck auf deine strassenseite und lass mich in ruhe ... du ... du alte miese ruine du!'
das haus schluchzte und heulte: bittere traurige traenen aus stein ...
neulich nachts in der potsdamer strasse (der kefir-effekt) von dokumentarius





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