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datum: 09.02.2005
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Hilde 1 VB (von zichorius)

sie sitzt auf ihrem sofa und geniesst die ruhe. sie starrt auf die gegenüberliegende wand und die dort befestigten reproduktionen von heiligen und denkt darüber nach, wie toll es doch ist, dass sie hier in einer vor gott abhörsicheren wohnung ist. hier hat sie absolute ruhe und keine heilige heimsuchung kann sie erreichen. sie denkt über die vergangene zeit nach und lässt die letzten jahre revue passieren.

"der gedanke vielleicht ein medium zu sein hat mich nicht mehr verlassen."

sie freut sich, sie denkt an thomas v. a., den ollen, er fehlt ihr. sie geht ins schlafzimmer und stellt sich vor den spiegel. es gefällt ihr nicht, was sie sieht.

"der mensch baut riesige schiffe, bohrtürme und die wale schwimmen weiträumig drumrum, es ist ihnen wohl unheimlich. und sie werden an land gespült, orientierungslos."

sie ist fertig mit sich und ihrer welt. unruhig rotiert sie in ihrer bude umher. vom schlafzimmer durch das wohnzimmer in die küche und zurück. sie möchte entspannen, aber irgendwie ist sie ruhelos: instinktiv weiss sie, dass etwas wichtiges bevorsteht. sie schaut aus dem fenster ihrer zwei-zimmer-wohnung.

"das heilige licht, ja was hatte ich gedacht, was sagte es mir? gewohnheiten ablegen, umschichten und umwerfen. neugestalten. wie nach einer mystischen erfahrung."

sie setzt sich an den küchentisch und schält unverdrossen an einer reifen birne. exakt geviertelt und nach entfernen von kerngehäuse sowie stiel, häutet sie das obst. nackt und in kleine stücke geschnitten isst sie mit kleiner gabel und etwas preiselbeermarmelade. wieder zufrieden mit sich in ihrer eigenen kleinen grossen welt.

"siebenfacher aufstieg, nimmermüdes weitermarschieren der seele, es ist immer aufbruch. nicht müde werden und dem wunder die hand reichen. übrigens, wo ist meine dak-karte?"

sie läuft wieder in ihrer wohnung umher, sie sucht, was sie nicht findet, öffnet kuverts, schaut hinein und unter stapel, die sich angehäuft haben. dringend muss sie aufräumen. und die küche erst: sie schraubt den sikomatik auseinander und schaut hinein. sie lässt spülwasser einlaufen und zum klarspülen ein zweites becken, sie besitzt keine spülmaschine. sie verspannt sich, ihr rücken schmerzt, sie greift sich an die lendenwirbel wie bei einem hexenschuss.

"seit meinem bandscheibenvorfall, alexander-technik!"

sie balanciert mit links und glückerheischend ein tablett. ein weizenglas fällt herab. enttäuscht über den misserfolg verlässt sie ihre bude und geht zum lesen in den schlosspark.
Hilde 1 VB von zichorius





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