sitzung: 7 [ Protokoll ]
datum: 18.01.2007
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Superghost (von translatorius)

Ich bin tot.

Mein Ghostwriter fragt, ob ich bei Uri Geller auftreten möchte. Für die Esoterikmesse suchen sie noch Phänomene. Und eine Weiße Dame in einem Schloss am Rhein. Nur für die Sommersaison.

Ich bin tot. Und unendlich müde.

Mein Agent will wissen, was meine Memoiren machen. Ich verweise ihn auf meinen Ghostwriter. Mein Ghostwriter ruft zurück und fragt, was mit Robert Anton Wilson sei. Ob ich zu ihm Kontakt aufnehmen könnte? BoingBoing hat angefragt. Und die Leute von Bret Easton Ellis? Die brauchen mich für eine Recherche.

Ich bin tot. Meine Kopfschmerzen sind es nicht.

Meine geisterhafte Leichtigkeit habe ich irgendwo liegengelassen. Wahrscheinlich im Taxi. Mein Licht ist so klein, wie schon lange nicht mehr. Komisch, dass mich überhaupt noch jemand bucht.

Ich bin tot. Toter geht’s nicht.

Mein Ghostwriter ruft an. Der Kopflose Reiter bittet um eine Audienz. Klar, sage ich, wenn er Marlon Brando mitbringt. Mein Ghostwriter schüttelt den Kopf. Hörbar. Ich reiße mir den Kopf ab, dieses tiefe leere Loch. Unsichtbar. Aber nicht schmerzfrei.

Ich bin tot. Mein eigener Geist bin ich.
Superghost von translatorius





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